16.12.2018 18:51
Profis, Bundesliga, 328. Derby, Spielbericht

Ohne Worte: Derby-Debakel zum Abschluss

Bereits vor Spielbeginn war durch die Ergebnisse am Samstag klar: Auch, wenn Rapid am Sonntag drei Punkte einfahren kann - für das Klettern in die obere Tabellenhälfte, also über den Strich, sollte es sich rechnerisch nicht mehr ausgehen. Das hinderte uns aber nicht, mit voller Motivation ins 328. Wiener Derby zu gehen, um gegen den ewigen Lokalrivalen einen Sieg mit nach Hütteldorf zu nehmen. Mit viel Selbstvertrauen startete Rapid nach dem Aufstieg in der UEL am Donnerstag, aber auch mit einigen Umstellungen. So musste Max Hofmann angeschlagen passen, für ihn kam Christopher Dibon ebenso in die Startaufstellung, wie auch wieder Marvin Potzmann, Philipp Schobesberger, Dejan Ljubicic und vorne Deni Alar.

Das Derby begann intensiv und bot nach einer Viertelstunde Chancen auf beiden Seiten: Einen Aufsitzer von Stefan Schwab hatte Goalie Pentz im Nachgreifen (15.), im Gegenzug blockte Potzmann im Strafraum einen Volleyschuss von Monschein (18.). Ein Angriff über Schobesberger landete in den Armen von Pentz (19.), ehe der Heimverein aus dem Nichts in Führung ging. So schraubte sich Innenverteidiger Schoissengeyr nach einem weiten Freistoß hoch und köpfelte ins Eck - 1:0 (22.). Unsere Antwort folgte prompt: Zuerst wurde ein Stanglpass von Thomas Murg noch abgeblockt, dann gelang uns mit dem nächsten Angriff aber der Ausgleich: Weiter Ball in den Lauf von Potzmann, dieser ließ mit einem feinen Haken Madl im Strafraum aussteigen und verwertete scharf ins Eck - 1:1 (29.)! Der Vorteil war nun aufseiten von uns, aber er währte nur kurz.

Nun folgten zehn ganz unschöne Minuten für die grün-weiße Seele: Nach einem Konter legte Ljubicic den durchbrechenden Edomwonyi, aber ob er wirklich letzter Mann war, oder noch ein Rapidler hätte eingreifen können, bleibt fragwürdig - es gab aber glatt Rot (33.). Den folgenden Freistoß setzte Madl aufs Eck, Goalie Richi Strebinger konnte den Ball nur an die Stange lenken, den Abpraller verwertete Jeggo zum 2:1 (35.). Zwei Minuten später schloss Monschein einen nächsten Angriff ab und überhob im Strafraum Strebinger zum 3:1 (37.). Selbiger setzte die nächste Chance am langen Eck vorbei (39.). Aber unser Schmerz hielt an, denn Klein gelang mit einem Bogenschuss ins Eck sogar noch das 4:1 (42.). Pause, unglaublich.

 

Aus der Kabine kamen mit Veton Berisha und Manuel Martic neue Kräfte, doch das half in der nachfolgenden Phase auch nur bedingt. Monschein (52., vorbei) und Klein (55., allein vor Strebinger ans Außennetz) hätten erhöhen können, der nächste Gegentreffer fiel aber durch einen Rapidler, als Mateo Barac eine Prokop-Hereingabe ins eigene Gehäuse lenkte (58.). Unsere Mannschaft war um Ordnung bemüht, lief aber immer in Gefahr, ein weiteres Gegentor zu kassieren – auch Edomwonyi setzte nur knapp daneben (65.). Eine Art Entlastungsangriff gab es nur über Martic, dessen Schuss klar übers Tor zog, Murgs Versuch ging vorbei.

Der Gegner kam durch ein Kopftor von Turgeman sogar noch zum 6:1 (80.), unsere Mannschaft schlitterte hier in ein Debakel sondergleichen. Der Schlusspfiff erfolgte und das war gut so, was für eine Schmach, und das drei Tage nach dem Triumph in der UEFA Europa League. Einfach sprachlos.

(gub)

 

tipico Bundesliga, 18. Runde
FK Austria - SK Rapid 6:1 (4:1)
Generali Arena, 16.582 Zuschauer, SR Lechner

Torfolge: 1:0 Schoissengeyr (22.), 1:1 Potzmann (29.), 2:1 Jeggo (35.), 3:1 Monschein (36.), 4:1 Klein (41.), 5:1 Barac (57./Eigentor), 6:1 Turgeman (78.);

FK Austria: Pentz – Klein, Madl, Schoissengeyr, Ebner – Jeggo – Monschein (70./Turgeman), Matic, Prokop (63./Fitz), Sax (82./Demaku) – Edomwonyi

SK Rapid: Strebinger – Müldür, Dibon, Barac, Potzmann – D. Ljubicic, Schwab – Murg, Knasmüllner (46./Martic), Schobesberger (79./Bolingoli) – Alar (46./Berisha)

Gelbe Karten: Jeggo, Sax, Schoissengeyr, Fitz, Edomwonyi; Schobesberger, Müldür, Dibon

Rote Karte: Ljubicic (33./Torraub);

 

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Tabelle

Team Spiele Tore Punkte
1. SK Rapid 10 +4 32
2. SV Mattersburg 10 -7 28
3. SCR Altach 10 +4 28
4. FC Admira 10 -20 22
5. TSV Hartberg 10 -18 22
6. FC Wacker Innsbruck 10 -19 20

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